3D-Druck – Chance zur Fertigung von Ersatzteilen – Teil 2

Nun endlich die Fortsetzung zu meinem Beitrag vom 10. April 2017. Die weitere Reparatur meiner Schreibmaschine Merz Modell 3, Baujahr 1928, hat sich leider etwas verzögert. Es ist mir jetzt aber geglückt und ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden.

Nachdem ich diese Maschine eigentlich nur als Ersatzteilspender gekauft hatte, packte mich dann doch der Ehrgeiz, der „alten Dame“ wieder leben einzuhauchen. Nachdem ich aber die Typenlagerung und die Tastenlagerung entnommen hatte, stand die Frage nach dem „Wie?“ im Raum. Nachdem die Kosten für Ersatzteile aus Metall (Guss, CNC-Fräsung) den finanziellen Rahmen gesprengt hätten, startete ich mein Projekt „Ersatzteile aus dem 3D-Drucker“.

In meinem ersten Beitrag bin ich bereits auf die Details zum 3D-Druck eingegangen, dies lasse ich hier also weg. Das Material war wesentlich stabiler als ich erwartet hatte. So konnte ich die noch notwendigen Anpassungen durch Schleifen und Bohren vornehmen, selbst das Schneiden von Gewinde war möglich.

Ich hoffe anhand der Bilder wird meine Vorgehensweise etwas nachvollziehbar.

 

 

Mein Fazit ist, dass der 3D-Druck durchaus Potential besitzt, diverse Teile von Schreibmaschinen zu ersetzen. Die größte Herausforderung hierbei ist, ein möglichst genaues 3D-Modell zu fertigen, denn ohne dieses kein Druck. Hierbei wird es bei fehlenden  Teilen in der Praxis wohl Probleme geben, an die notwendigen Maße zu kommen. Bei defekten aber vorhanden Teilen benötigt man nur ein 3D-Programm, einen Mess-Schieber und etwas Geduld. Ok, manchmal ist auch etwas mehr Geduld nötig 😉

Das Ergebnis lässt sich nachfolgend betrachten. Sie schreibt wieder und die Bilder zeigen den ursprünglichen und den neuen Zustand. Mir gefällt der neue Look besser. 😉

3D-Druck – Chance zur Fertigung von Ersatzteilen

Wer schon mal eine defekte Schreibmaschine reparieren wollte und dazu Ersatzteile benötigte, hat bestimmt gemerkt, wie schwierig es ist Ersatzteile zu finden. Ich selbst habe, dann auch schon auf baugleiche Schreibmaschinen zurückgegriffen, um mir die benötigten Teile zu beschaffen. Bei dieser Art der Beschaffung gibt es jedoch Probleme, wenn die Maschine entsprechend selten ist, oder wie im Fall meiner Schreibmaschinen Merz Modell 3, bei fast allen Maschinen der gleiche defekt Auftritt. Bei der Merz 3 sind speziell 2 Gussteile von der sogenannten Gusspest betroffen. Bei der Alterung des Metalls, im Besonderen, wenn die Teile größeren Temperaturschwankungen unterliegen, löst sich die Struktur des Metalls auf. Es entstehen Risse, die Bauteile beginnen sich zu dehnen und brechen dann Stück für Stück auseinander. Da ich also nicht auf Originalteile zurückgreifen konnte, habe ich mich entschieden einen Versuch zu starten, die Ersatzteile mittels 3D-Druck fertigen zu lassen. Nachdem ich die Teile mittels 3D-Modelling virtuell neu erstellt habe, ließ ich sie im SLS-Verfahren (Lasersintern, Material PA2200) drucken. Nachdem ich nun die erste Komponente mit dem Kunstoff-Ersatzteil zusammengebaut habe, sieht es so aus, als könnte sich das Verfahren tatsächlich in der Praxis bewähren. Ich werde hierzu weiter berichten, wenn ich die Schreibmaschine wieder komplettiere.